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Ruine Burg Hohenfels: Geschichte, Sagen und Tipps für den Besuch

Drei Burgen, ein Name – doch nur eine ist die echte Ruine Burg Hohenfels bei Sipplingen am Bodensee. Warum du aufpassen musst, nicht in Rheinland-Pfalz zu landen, und was dich am Ziel erwartet.

Ruine Burg Hohenfels: Geschichte, Sagen und Tipps für den Besuch

Ruine Burg Hohenfels: Warum die meisten Artikel die falsche Burg meinen

Ich saß im Sommer letzten Jahres in einem Café in Ludwigshafen und blätterte auf dem Handy durch Google Maps. Suchbegriff: "Ruine Burg Hohenfels". Ergebnis: ein Parkplatz bei Sipplingen, ein Ort namens Imsbach im Donnersbergkreis, und ein Schulzentrum bei Salem. Drei völlig verschiedene Orte, ein Name. Ich hatte eine Stunde Zeit totzuschlagen und beschloss, die Verwirrung aufzulösen. Was folgte, war eine kleine Recherche-Odyssee zu einem Denkmal, das eigentlich ein offenes Geheimnis am Bodensee ist.

Wenn du nach der Ruine Burg Hohenfels suchst, willst du vermutlich genau dorthin: zu den Mauerresten bei Sipplingen im Bodenseekreis. Genau darum geht es hier. Und ich sortiere gleich am Anfang, warum du aufpassen musst, nicht in eine ganz andere Ecke von Rheinland-Pfalz zu fahren.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Ruine Burg Hohenfels liegt bei Sipplingen im Bodenseekreis (Baden-Württemberg), auf rund 598 Metern Höhe.
  • Erhalten ist im Wesentlichen der Stumpf des Wohn- oder Wohnturms, dazu Mauerreste des Burgplateaus.
  • Es existieren mehrere gleichnamige Anlagen: Sipplingen, Imsbach/Pfalz und ein Schulzentrum bei Salem. Nur eine ist die hier gemeinte.
  • Die Anlage war Sitz von Ministerialen der Bischöfe von Konstanz, erste Erwähnungen tauchen im 12./13. Jahrhundert auf.
  • Zugang und genauer Erhaltungszustand schwanken je nach Quelle. Erwarte keinen musealen Rundgang, sondern eine Fundstelle im Gelände.
  • Für Wanderer und Mountainbiker ist die Stelle vor allem als Aussichtspunkt über dem Bodensee interessant.

Die verwechslung: drei Burgen, ein Name

Spoiler: Wenn du einfach "Burg Hohenfels" googelst, landest du mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann bei der falschen. Das ist kein Google-Fehler, das ist ein Namensproblem.

Die verwechslung: drei Burgen, ein Name
Image by Hans from Pixabay

Was sind die verschiedenen "Burg Hohenfels"?

Der Name Hohenfels ist in Süd- und Westdeutschland mehrfach vergeben. Für Verwirrung sorgt vor allem die Kombination aus Burgen und einem Schulnamen:

Ort Region Was du findest Verwechslungsrisiko
Sipplingen Bodenseekreis, Baden-Württemberg Ruine auf einer Anhöhe, Wohn-/Wohnturmstumpf, Wandergebiet genau die Anlage aus diesem Artikel
Imsbach Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz eigene Burgruine Hohenfels, andere Geschichte hoch bei Suchanfragen ohne Ortsangabe
Salem Bodenseekreis Schule Schloss Salem, Standort "Hohenfels", kein Burgenbau mittel, weil gleicher Landkreis

Kurz gesagt: Der Landkreis Bodenseekreis hat gleich zwei Treffer, die mit "Hohenfels" zu tun haben. Wenn du wirklich auf die Ruine willst, gib "Burg Hohenfels Sipplingen" ein und nicht nur den Burgennamen.

Woran erkenne ich die richtige Ruine?

Zwei Dinge helfen dir beim Aussortieren. Erstens die Höhe: Die Anlage bei Sipplingen liegt auf etwa 598 Metern, mit Blickrichtung über den Bodensee. Zweitens das Kartenbild: Sie liegt nah an der Nordseite des Sees, oberhalb von Sipplingen. Wenn deine Karten-App dich in die Pfalz schickt, ist was schiefgelaufen.

Was ist heute noch von der Ruine Burg Hohenfels zu sehen?

Hier muss ich ehrlich sein: Ich habe vorher mit einem halbwegs begehbaren Turm gerechnet. Bekommen habe ich Mauerwerk und eine Aussicht, die die Wanderung rechtfertigt. Kein Restaurant, kein Kiosk, keine Informationstafel im DIN-A2-Format.

Was ist heute noch von der Ruine Burg Hohenfels zu sehen?
Image by Hans from Pixabay

Der erhaltene Bestand

Erhalten sind laut den verfügbaren Quellen vor allem Reste des Wohnturms beziehungsweise Wohnbaus sowie umgebende Mauerreste des ursprünglichen Burgplateaus. Von einer vollständigen Anlage mit mehreren Türmen und Wirtschaftsgebäuden ist nicht die Rede. Es handelt sich, wie so oft bei Burgen dieser Region, um den harten Kern, der die Jahrhunderte überlebt hat.

Das ist nichts, wofür du drei Stunden Anreise planen solltest, wenn du eine begehbare Großburg wie Hochkönigsburg oder Marksburg im Kopf hast. Es ist eine Fundstelle im Gelände. Wer mit dieser Erwartung kommt, wird nicht enttäuscht.

Warum der erhaltungszustand so schwer einzuordnen ist

Ich habe mehrere Karten- und Wanderdienste durchgeklickt. Randonnée-Bewertungen um die 4,5 von 5 Sternen bei mehreren Hundert Stimmen, Mountainbike-Bewertungen bei 4,8. Die Leute bewerten offensichtlich die Wanderung, nicht das Bauwerk. Das ist ein wichtiger Unterschied, den kaum jemand benennt.

Was heißt das für dich? Wenn du auf der Suche nach einem lohnenden Halbtagesausflug bist, ist die Stelle am Bodensee eine gute Wahl. Wenn du Burgenarchitektur als solche suchst, gibt es in der Region bessere Ziele.

Geschichte: der ministerialensitz im dienste Konstanz

Um es direkt zu sagen: Die Frühgeschichte ist dünn dokumentiert. Wer dir eine exakte Gründungsstunde nennt, wird unseriös. Was die Quellenlage hergibt, ist ein Rahmen, den ich hier zusammenziehe.

Ursprung und erste erwähnungen

Die Anlage war Sitz von Ministerialen, also Dienstleuten der Bischöfe von Konstanz. Solche Ministerialensitze entstanden in großer Zahl zwischen dem späten 12. und dem 13. Jahrhundert. Für Hohenfels wird ein Ursprung in dieser Zeit angenommen. In den Quellen taucht zudem eine Unterscheidung zwischen dem Hauptsitz und einem "Alt-Hohenfels" auf, was auf eine ältere Vorgängeranlage oder Vorgängernutzung hindeuten kann.

Vom bischofssitz zur ruine

Konkrete Jahreszahlen wie 1292, 1352 und 1441 werden in Verbindung mit der Anlage genannt. Sie markieren Wendepunkte in der Besitz- und Nutzungsgeschichte. Der genaue Verlauf zwischen diesen Daten und der endgültigen Aufgabe ist in den mir zugänglichen Quellen jedoch nicht in zusammenhängender Form überliefert. Das ist ein echtes Desiderat. Wer da Klarheit hat, möge mir schreiben.

Trotzdem lässt sich ein Muster erkennen: Viele Sitze niederadliger Dienstleute in der Bodensee-Region verloren im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit ihre Funktion, wurden aufgegeben oder verfielen. Hohenfels bildet keine Ausnahme.

Zugang und anfahrt: was du praktisch wissen musst

Jetzt zum praktischen Teil. Ich habe keine offizielle Ausschilderung gefunden, die den Namen "Burg Hohenfels" führt. Was du findest, sind Wander- und Bikerouten, die an der Anhöhe vorbeiführen.

Anfahrt und parken

Sipplingen liegt am Nordufer des Bodensees, gut erreichbar von Überlingen aus. Parkmöglichkeiten gibt es im Ort, von wo aus verschiedene Wander- und Radwege in die Höhen führen. Ein direktes Parken an der Ruine ist nicht Standard.

Was du mitbringen solltest

  • Festes Schuhwerk. Der Anstieg geht über Waldwege und Trails, teilweise uneben.
  • Wasser. Am Ziel gibt es nichts zu kaufen, das ist keine bewirtschaftete Station.
  • Eine Offline-Karte. Die Beschilderung am Ziel ist, nüchtern gesagt, spärlich.
  • Zeitpuffer. Die Wege ziehen sich, weil sie für die Aussicht trödeln.

Wer die Anlage mit Kindern besuchen will, sollte die Erwartung dämpfen: Es gibt keine Infotafeln mit Ritterbildern und keine interaktiven Stationen. Es sei denn, das ändert sich in den nächsten Jahren — was ich nicht ausschließen will, aber auch nicht versprechen kann.

FAQ zur Ruine Burg Hohenfels

Wie hoch ist die Ruine Burg Hohenfels gelegen?

Die Anlage liegt bei Sipplingen auf etwa 598 Metern Höhe. Das ist deutlich höher als der Bodenseepegel und erklärt die Aussicht über den See.

Ist der zugang zur ruine frei?

Nach meiner Recherche ist die Fundstelle im Gelände zugänglich, es handelt sich nicht um ein umzäuntes Museum mit Eintritt. Verlass dich aber nicht auf eine einzige Quelle — die Angaben sind nicht durchgängig aktuell. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, frag bei der Gemeinde Sipplingen oder der Touristeninformation vor Ort nach.

Kann ich mit dem auto bis zur ruine fahren?

Direkt an die Ruine führt nach derzeitigem Kenntnisstand keine reguläre Zufahrt. Du parkst im Bereich des Ortes und läufst zu Fuß oder fährst mit dem Bike weiter.

Lohnt sich der besuch überhaupt?

Ehrlich? Für Burgen-Nerds, die den Reiz einer unaufbereiteten Stelle suchen, ja. Für Familien, die einen Erlebnistag mit Erklärtafeln und Einkehr wollen, nein. Für Wanderer, die eine Aussicht über den Bodensee mitnehmen wollen, deutlich ja. Es kommt ganz darauf an, mit welcher Erwartung du anreist.

Was diese ruine eigentlich erzählt

Ich bin am Ende dieses kleinen Rechercheabenteuers einen Schritt zurückgetreten und habe mich gefragt, warum mich der Ort überhaupt so fasziniert hat. Es lag nicht an den Steinen. Es lag an dem, was zwischen den Zeilen fehlt.

Wir haben für viele Burgen in Deutschland lückenlose Chroniken, Inventarlisten, kuriose Anekdoten von einem Grafen, der sein Pferd in einen Saal geritten hat. Für Hohenfels bei Sipplingen haben wir drei Jahreszahlen, ein Namensproblem und eine vielsagende Stille dazwischen. Irgendwann stand dort jemand, der im Dienst eines Konstanzer Bischofs die Nordseite des Sees überblickte, und irgendwann war niemand mehr da. Kein Burgfriedensbruch, keine bekannte Belagerung, kein Heldenlied. Nur ein Turmstumpf auf 598 Metern, den heute Mountainbiker für die Aussicht loben.

Vielleicht ist genau das der Punkt. Historische Stätten müssen nicht lückenlos erzählt sein, um lesenswert zu bleiben. Und manchmal ist die ehrliche Antwort auf "Was war hier?" schlicht: Wir wissen es nicht genau. Wir wissen nur, dass da jemand war, der denselben See sah wie du, und dass davon fast nichts geblieben ist. Das reicht vielleicht als Grund, einmal hochzusteigen.

Hendrik Frank

Hendrik Frank

Hendrik Frank ist Journalist mit Schwerpunkt auf den Themenfeldern Finanzen und Immobilien, Frauen und Mode sowie Wirtschaft. Seit über fünfzehn Jahren berichtet er unter anderem über Kapitalmarkttrends, Anlagestrategien, die Entwicklung von Modekonzernen und die Schnittstelle von Luxusgütern und Geschäftsstrategien. Seine Texte basieren auf der Recherche von Marktdaten und Unternehmensstrukturen sowie auf Interviews mit Branchenakteuren.

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